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  Über Aikido

O Sensei Morihei UeshibaGute Definitionen zu Aikido gibt es im Internet zu Hauf. Dem soll nicht noch eine weitere hinzugefügt werden. Deshalb möchte ich hier einige ganz persönliche Gedanken zu Aikido und seiner Praxis äußern:

"Aikido ist nur auf der äußersten Ebene ein Set von Techniken. In seiner Essenz ist es ein Zustand. Ein Zustand, in denen wir einzutreten üben, indem wir ins Dojo gehen, uns umziehen, uns verbeugen und mit dem Training beginnen."

"Vollständig gegenwärtig zu sein, im Fühlen und Wahrnehmen, nicht im Denken, das ist es, was uns an einer guten Trainingsstunde erfrischt."

"Es ist unser Gewahrsein, das wir in die Praxis bringen, das zählt. Unser Sein ist entscheidend, nicht unser Tun."

"Aikidopraxis sollte etwas „Aufweckendes“ haben, sie muss immer frisch sein. Unser Aikido sollte in jeder Übungsstunde neu entstehen. Nur wenn Aikido sich nicht zu festgelegten Formen verfestigt, erlangt man Zugang zur Essenz."

"Wenn die Essenz des Aikido verstanden wird, kann sie beginnen, alle Lebensbereiche zu durchdringen."

"Die „Essenz des Aikido“ ist unsere ursprüngliche Natur."

"Mit unserer Verbeugung drücken wir unsere Wertschätzung aus. Im Grunde verbeugen wir uns vor dem, was wir selbst sein können."

"Ein Aikido, das sich nicht als Verhalten im täglichen Leben zeigt, wofür sollte das gut sein? Der „Weg der Harmonie“ sollte sich auch außerhalb des Dojos manifestieren, sonst wird nur eine neue Strategie des Egos daraus."

"Die Bedeutung von Gegensätzen: Um den Pfeil nach vorne zu schießen, musst du die Sehne nach hinten ziehen. Erst wenn in einer Bewegung Gegensatzpaare enthalten sind, wird sie effektiv und leicht. Zum Beispiel wenn man sich setzt: Erst im Stand ein wenig nach oben strecken und dabei einatmen. Dann sich setzen und erst nach Ende der Bewegung ausatmen."

"Gegensätze und Atmen: Du kannst nicht tief einatmen, ohne zuvor gründlich ausgeatmet zu haben. Tatsächlich ist das Geheimnis guten Atmens einfach gutes Ausatmen."

"Schwertübungen: „Stecke die Kraft in deinen kleinen Finger.“ Das versteht man erst nach längerem Schwerttraining."

"Aikido kann nur mit dem Körper, nicht mit dem Kopf verstanden werden. Das erklärt, warum so viel Üben notwendig ist, um Fortschritte zu machen."

"Damit Praxis wirkt, braucht es Zeit. Auch eine Gurke, die nur kurz in Essig getaucht wird, wird so noch nicht zu einer Gewürzgurke."

"Die Entwicklung unseres Aikido sollte erfolgen vom Festen zum Flüssigen, zur Luft und schließlich zum leeren Raum. Jede Phase benötigt Jahre ernsthaften Übens."

"Wenn ihr in eurem Körper existiert, dann kommt ihr in der Gegenwart an, und das ist die einzige Dimension, die real existiert und die zählt. Vergangenheit und Zukunft sind gedankliche Fiktionen, die als Fiktion wiederum nur in der Gegenwart gedacht werden können."

"Erst wenn wir vollständig im Körper präsent sind, können wir durch den Körper etwas lernen, das über den Körper hinausgeht."

"Das Wichtigste ist nicht die Perfektion unserer Übungen, sondern der Charakter unseres Bemühens. Wenn wir den Charakter aufrichtigen Bemühens sichtbar werden lassen, dann ist alles in Ordnung. Wir sollten dabei nicht zu ehrgeizig sein. Zuviel Ehrgeiz wird schnell zu einem Hindernis für unsere Entwicklung."

"Jede wirkliche Kunst verwendet das ihr entsprechende „Material“, um über das Material hinauszugehen. So auch Aikido."

"Eigentlich ist es falsch, Aikido in unser „normales“ Leben integrieren zu wollen. Richtiger wäre es, unser Leben mit Aiki in Übereinstimmung zu bringen. Wir sollten unser beschränktes Leben in die Essenz des Lebens einbetten, und nicht das Umgekehrte versuchen."

"Die Aufgabe eines Aikidomeisters ist es nicht, zur Schau zu stellen, was er alles kann, sondern durch seine Kunst seine Schüler zum Leben zu erwecken."

Bertram Wohak